Donnerstag, 24. Januar 2008

#35 – Nachtgedanken IX

Gut, dass Tomte mir in meiner Winamp-Playlist begegneten. Ich glaube das Album rettet jetzt meine Stimmung. Was all die Monate funktioniert hat, muss jetzt auch klappen.

Es ist kurz vor Mitternacht und mein Hirn fühlt sich an, wie ausgekotzt. Hurra, kaum bin ich bei meiner Arbeit an einem Abschnitt angekommen, der nicht per se schon latentes Unbehagen auslöst, und dann stolper ich über ein paar unsaubere Exzerpte, ein, zwei unvollständige Quellenangaben und plötzlich bin ich wieder von all den Papieren umgeben und verliere den Überblick. Daneben noch der Schreck, binnen einer Woche noch die fehlenden Zeitschriftenartikel einzufordern, damit es überhaupt etwas zu drucken gibt, und schwupp! ist alles Chaos im Hirn.

Im Zimmer stapelt sich das Geschirr, gespült, trocken, aber nicht weggeräumt, Papiere an alles Ecken und Enden, wo sie im Laufe des Semesters sich gesammelt haben. Diese ganzen Thesenpapiere von Referaten, die nicht im Gedächtnis blieben, wenn die Handouts nicht wären. Denn die Referate, von desinteressierten Kommilitonen gehalten, die keine Ahnung vom Thema oder keinerlei Befähigung vor Menschen zu reden, haben. Referate, die das indifferente Grundrauschen des Studiums bilden, wenn man sich nicht an geistigen oder sprachlichen Untiefen stößt: „Ja hallo, ich erzähle euch dann mal was über...“

Klingt jetzt schrecklich altklug, aber das habe ich in den ersten Semestern besser gemacht. Was mich an der einen Referentin von gestern faszinierte war die Beobachtung, wie sie in mir Triebe wachruft. Nein, nicht, was der geneigte (?) Leser mir unterstellen mag. Es war das Raubtier, was sich regte. Diese apologetische Grundhaltung, dieser gehetzte Ton in der Stimme, dieser Klang des gehetzten, waidwunden Tiers. „Like a wounded gazelle on the serengeti“ wie Rob Paravonian so schön sagt. Man braucht nicht mal inhaltlich zuzuhören, allein der Ton und die Körpersprache lassen einen den Angstschweiss fast riechen, die Studentin zum Opfer reduzieren. Man braucht ihr nicht zuzuhören, man spürt einfach, dass sie ins Verderben rennt mit ihrem Referat. Menschen sind Raubtiere.

Thees Uhlmann singt, aber der Zauber greift nicht ganz. Dieses Gefühl des „alles wird irgendwie gut“ verdrängt nicht – wie gewünscht – das „alles Defektiv“.

Dieses Jahr fing so gut an, warum also die Unzufriedenheit? Es ist doch nichts, wie es sein sollte, das Wetter, die Luft, die durchs offene Fenster kommt, riecht nach Frühling, Aufbruch, nach meinem allerersten Sommersemester. Ein Geruch der Sehnsucht auslöst. Nach der Unbeschwertheit, diesem großen Aufbruch von Zuhause ins Leben, Freiheit!

Es ist wohl diese Sehnsucht, die – mit ein paar Dingen, die noch nicht abgeschlossen sind, mich in diese Unzufriedenheit stürzt. Ab ins Bett, morgen früh raus, Kaffee kochen, schreiben, organisieren, und ab Mittag noch einmal Uni und dann auf zu Freunden: Aufrichten lassen, Kraft tanken!

Dienstag, 16. Oktober 2007

#34 – Nachtgedanken VIII

Wow, Flashback: Diese Songs habe ich im Frühjahr viel gehört. Just Jack „Starz in their Eyes“ und Paolo Nutinis „Jenny don't be hasty“: Und diese Songs, per Headset direkt in meinen Kopf gedröhnt, treffen den Nerv des Moments. Dieser Tag war ein Tag der Überdosis. Erst war es die Panik vor der nicht einschätzbaren Klausur, gekoppelt mit der permanenten Ungeduld, dann ein paar Bierchen, die ungewohnt heftig durchknallen. Es ist eben nicht die Dosis des Alkohols, sondern die seltene und seltsame Kombination von Umständen, die solche wundervollen, seltenen Momente bescheren. Diese Mischung ist strange: Ich kann klar benennen, was mich aufregt, mir den Schlaf oder die Ruhe und Konzentration raubt, aber es ist nicht schlimm; eher witzig ist es und ich kann benennen, was mir diesen Tag verleidet hat und darüber lachen.

Ich vermute, entscheidend ist, wie fertig man sich (bewusst oder unbewusst) schon gemacht hat, um den natürlichen „Trip“ durch ein wenig Bier in diese „Dimension“ zu verschicken. Alkohol ist ein reiner Verstärker, und wenn die Tendenz zum „ich lache über mich und meine Sorgen“ vorliegt, dann gelingt dieser Flug.

Und ich fliege, dröhne mich mit der Musik zu, chatte mit ein paar Freunden und bin dankbar, meine Sorgen mit ihnen teilen zu können. Ja, ich bin wohl einfach „glücklich trotz....“ und ich liebe dieses Gefühl. Dieser Moment, in dem einem bewusst wird, was man an seinen Freunden hat, die einen „in guten wie in schlechten Tagen“ tragen und ertragen, diese Momente sind eine Droge, die keine Chemie einem geben kann. Wenn ich ins Bett gehe, werde ich sagen können: Ich bin nicht (vollends) glücklich, aber ich spüre nur das Glück.

Donnerstag, 11. Oktober 2007

#33 – Nachtgedanken VII

U2 spielen auf meinem PC „New Years Day“ und heute morgen war es kalt genug, um sich daran zu erinnern, dass bald auch wieder Neujahr kommt. Es ist eine komische Stimmung, in der ich gerade bin. Ich bin nicht wirklich müde, aber auch nicht ganz wach. Bin den ganzen Tag vom Verstand her nicht wirklich wach geworden, Wetterumschwung eben.

Diese Stimmung ist diffus, irgendwo zwischen nicht-zufrieden und nicht-unzufrieden, aber auch nicht gleichgültig, dass man sich mit dieser Indifferenz arrangierte. Sowieso habe ich diese Tage wieder oft das Gefühl neben mir zu sitzen und meine Emotionen zu analysieren: Kann ich gerade brauchen / kann ich diese Tage garnicht gebrauchen / ist völlig irrational....

Auch eine Art indifferenter Distanz, so absurd, wenn man sich daran erinnert, dass man nicht irgendwen betrachtet, sondern sich selbst. Ich glaube, ich kann diese Woche einfach als unproduktiv und ineffizient abhaken, habe ich doch nicht einmal anständige Ersatzhandlungen zustande bekommen.

Irgendwie bin ich von mir selbst gerade enttäuscht...

Montag, 8. Oktober 2007

#32 – Unterwegs X

Was zu erwarten war: Ich sitze jetzt seit eineinhalb Stunden im Zug und was mache ich? Ich blogge. Irgendwie kann ich dieses Verhaltensmuster (von Gewohnheit kann man so schnell noch nicht sprechen, oder?) nicht abstellen. Ich sitze im Zug und selbst wenn ich die Augen schließen, das Vorbeirauschen der Landschaft lässt Gedanken durch meinen Kopf rauschen. Oft bin ich müde, auch gestresst oder genervt, wenn ich reise. Aber dennoch liebe ich es irgendwie, es ist mir vertraut, auch wenn die Reiseroute es nicht immer ist. Klar, es gibt Strecken, die kenne ich blind, da habe ich das Gefühl, die Bäume auf den alten Gleisanlagen neben den Bahnhöfen wachsen zu sehen.

Selten komme ich derart intensiv zum Arbeiten, wie ich es gerne hätte. Zu oft ist es die Rückreise von einem Wochenende, das recht schlaffrei ausfiel.

Warum also mag ich es so gern, im Zug zu sitzen, auch wenn es Stunden sind? Solange ich nicht zu lang auf Fußböden sitzen muss, sodass einem das Gesäß schmerzt, bin ich doch ein anspruchsloser Passagier. Natürlich ist es wundervoll in einem recht leeren ICE 3 einen ganzen Tisch für sich allein zu haben und auch der Klapptisch im normalen Fernverkehr macht das Arbeiten am Notebook angenehmer. Aber Hauptsache, man kommt voran, die Zugbegleiter sind nett und hilfsbereit, wenn man einen Anschluss, Zuschlag oder sonstewas benötigt, die Heizung funktioniert im Winter bzw. die Klimaanlage im Sommer.

Ja, ich denke es ist der (subtile) Luxus, der sich dahinter verbirgt: Die latente „Exotik“ des Wo-anders-als-Zuhause-seins, dieses Gefühl des Ausbruchs aus dem allzu Vertrauten, die Existenz als Kunde, den Servicekräfte (idealerweise) dezent und höflich umsorgen, diese Illusion von Weltgewandtheit, die aus der Vertrautheit mit den Abläufen und Regeln erwächst. Man ist von keiner „Zugteilung in XY“ überfordert, man kann im Jargon der „Vielfahrer“ nach Anschlüssen und den Chancen, Verspätungen wieder aufzuholen, fragen, die Fahrkartenkontrolle ist Routine, Fahrkarte und Bahncard stecken im Portemonnaie ja immer im selben Fach. Wer sucht denn da noch? Man könnte immer (im wahrsten Wortsinne) unerfahrenen Mitreisenden Geschichten erzählen, was man schon für schlimmere Verspätungen erlebt hat, dass das alles garnicht so schlimm ist: „Wo müssen Sie umsteigen? Ach, da reicht die Zeit doch locker, da kriegen Sie Ihren Anschluss auf jeden Fall.“

Und wenn man nicht einfach nur „In den Semesterferien zu den Eltern“ fährt, sondern es dann noch irgendwelche Sitzungen oder Seminare sind, kann man sich einbilden, mit der Business-Anzug-Träger-Fraktion mehr gemein zu haben, als mit dem Gemischten Kegelverein mittleren Alters.

Ist das Eitelkeit? Sicherlich! Steht nur zur Debatte, wie stark es die Geltungssucht ist und wieviel auch die Befriedigung, sich in ein Bild einzufügen statt hinauszustechen. Abgesehen davon ist eben immer ein Thema zum Small-Talk gegeben, wenn sich solcher entwickelt.

Jeder Mensch wünscht sich Bestätigung, es ist doch nur die Art und Weise, auf die er dieses Bedürfnis zu befriedigen sucht, die ihn von anderen Unterscheidet und sein Streben und Handeln moralisch bewertbar macht.

#31 – Nachtgedanken VI

Komisch, sobald ich unterwegs bin schreibe ich. Es hat schon Vorteile als Schnarcher abgestempelt zu sein. Ich habe mein Zimmer für mich alleine. Noch acht Stunden bis zur Sitzung, aber so richtig müde bin ich nicht. Nunja, ist ja egal. Ich genieße den Nachklang de „s Abends, die Musik, die ich hier alleine auch ohne Kopfhörer hören kann. „Alone in these strange beds. I think that I've travelled enough. Poetry and Aeroplanes – I'm tired of waiting for love.“ Teitur singt die Worte, die mir fehlen. Er singt mir aus der Seele. Es tat richtig gut, nach dem August auf Reisen endlich mal wieder fest zu hause zu sein.

Aber kaum war ich wieder zu hause, kam das „tired of waiting for love“ wieder durch. Ja, ich bin des Wartens müde. Aber ich will ja auch nicht verkrampfen, und immer auf der Suche sein. Mir ist klar, dass das „Ausschau halten“ nichts bringt. Wer weiß, was das kommende Semester bringen mag. Alles auf sich zukommen lassen. Ist so leicht gesagt, aber es fällt mir irgendwie auch leichter als früher. Früher, das klingt so furchtbar alt. Aber ich bin im Verein jetzt oft der Älteste, habe mit Jugendlichen zu tun, die geboren wurden, als ich schon ins Gymnasium ging, die auch keine großen Geschwister haben, die mich amüsiert angucken, wenn ich manche Dinge sage, „Aus Raider wird Twix, sonst ändert sich nix“ zitiere. Ist immer eine Frage des Vergleichspunkts, aber ich, der ich immer das Nesthäkchen war, der immer zu den Älteren aufsah, nehme es eben jetzt erst bewusst wahr, wie es von der anderen Seite aussieht.

Ich will meine müden Knochen ins Bett hieven, denn im Alter braucht man ja seinen Schlaf.... Bin wahrscheinlich wieder als letzter wach und als erster wieder auf. Ich kenne das ja in diesem Haufen.

#30 – Unterwegs IX

Ich kann anscheinend nicht anders. Kaum sitze ich im Zug und das Notebook steht aufgeklappt vor mir – und sei es auch nur, um Musik zu hören – lasse ich irgendwann das Buch, die Zeitung oder die Kopien sinken und meinen Gedanken freien Lauf. Eine gewisse Grundmüdigkeit scheint dabei zu helfen. Vielleicht ist es auch die Musik, die mich zumindest gelegentlich darin bestärkt. Mein Favorit (seit vorgestern) ist Teitur. Seine Musik ist ruhig, melancholisch, zieht mich aber nicht runter. Vielleicht genau das Richtige, wenn der Herbst kommt, selbst wenn man keine hat, die einen in den Arm nimmt dabei, die einem in den Armen liegt. Zart, romantisch klingen die Songs nach schweigendem an-einander-Kuscheln, wenn ein grauer Novemberregen aus dem dunklen Himmel fällt.

Aber völlig fasziniert stelle ich fest, dass dieses Szenario sich beiläufig vor meinem inneren Auge entspinnt, ich merke, was mir fehlt, aber der Schmerz bleibt aus.

Grau spannt sich der Himmel über die dunkel dahinströmende Weser. Es ist heute nicht richtig hell geworden, und es wird auch nicht aufklaren. Wetter, Stimmung, Musik: Alle Zeichen stehen auf Melancholie hoher Stufe. Doch der Sturm wird ausbleiben, Umsteigen, zum Quartier fahren, Kaffee trinken, Papierkram erledigen und dann ist eh Programm und keine Zeit zum Trübsal blasen.

Arbeit kann ablenken, muss aber nicht so sein. Meine Arbeit lässt mir zur Zeit zu viel Raum zum Nachdenken. Wie weit bin ich jetzt, wie weit wollte ich eigentlich sein und warum taucht jetzt plötzlich noch soviel Literatur zum Thema auf? Ich hatte mich so auf einen ruhigen Monat am Schreibtisch gefreut. Struktur im Tages- und Wochenablauf. Effizientes Vorankommen.

Doch wieder mehr Illusion als Realität. Andere Projekte, die mehr Zeit fressen, Termine – im Kalender klein und unschuldig aussehend – die wieder 2-3 Tage fressen. Sicher, manches wird sich davon auszahlen. Hier mögen sich Weichen stellen, Kontakte für die Zukunft geknüpft werden, doch gerät das bei aller Selbstkritik in den Hintergrund. Warum kann ich bei allen Freunden jede Chance, jeden Schritt zu einer beruflichen Zukunft sehen, begrüßen und mich darüber freuen, ohne solche positiven Nachrichten oder auch nur Optionen in meinem Leben ohne große Zweifel in meinem Leben zu akzeptieren?

Sonntag, 23. September 2007

#29 - Nachtgedanken V

Seit Jahren habe ich keinen Urbock mehr getrunken. Vor allem noch nie Ende September. Und nun ist die Feier vorbei und ich sitze hier im Gästezimmer, sehe über den strahlenden Laptopbildschirm hinweg aus dem Fenster auf die Land-/Bundes-/was-auch-immer-Durchgangsstraße, und sehe dem gelegentlichen Verkehr zu. Eigentlich bin ich bettschwer genug um sofort in die Falle zu sinken. Doch irgendwas reizt mich an dem Gedanken, trotzdem noch was wach zu bleiben und zu schreiben.

Wenn ich das Kinn in die Hand stütze, rieche ich noch das Feuer des Grills. Ein milder Septemberabend, an dem wir spontan noch die Tische aus dem Haus in den Garten trugen, es warm genug war, um draußen zu sitzen. Auf dem Rechner läuft Polarkreis 18. Diese Band wird für mich wohl für immer mit dem September 2007 verbunden sein. Ich liebe es, endlich wieder diese Fixierung auf Musik ausleben zu können, die emotionalen Ressourcen dafür wieder zu haben, mich tief in Musik versenken zu können, die Musik zu finden, die meine emotionale Grundtendenz einfängt und widerspiegelt, und in diesem Moment in der passenden Musik aufzugehen. Knappe zwei Jahre habe ich auf dieses Gefühl, diese Erfahrung, diese Art zu Leben verzichten müssen. Seitdem mir klar ist, dass ich es wieder kann, koste ich es aus.

Diese seltsame Mischung aus Glück, Melancholie, Müdigkeit und Sorglosigkeit-trotz-aller-Zukunftsangst ist Wahnsinn. Ich glaube, es braucht Musikformen wie Indietronic, um es fassen und beschreiben zu können.

Wenn mich wer fragte, ich antwortete sofort, dass ich Glück empfinde, auch wenn meine Situation nicht glücklich ist. Ich vergesse nicht, dass mir manches zu dem Zustand fehlt, den ich als wahrhaft glückliches Leben verstehe. Doch ich empfinde trotzdem Glück, für jetzt und diesen Moment.

Und in dem Wissen, dass ich es morgen anders sehen werde. Morgen fahre ich nach Hause, in die Stadt in der meine Universität steht, in der meine Arbeit auf mich wartet, in der ein völlig leerer Wohnheimflur darauf wartet, dass wenigstens ich ihm Leben einhauche. In die Stadt, in der ich lebe, arbeite, feiere und auch liebte, wenn es sich denn mal ergäbe. Zweieinhalb Tage „Kurzurlaub“ sind dann vorbei, und auch wenn das Wochenende anfängt, wird zu hause gearbeitet werden müssen.

Doch all dieses berührt mich auf emotionaler Ebene nicht. Es ist mein Verstand, der sich noch damit befassen mag. Doch mein Herz spricht: „Vertagt! Nicht heute mag ich mich sorgen, das kann der Verstand alleine schon genug. Ich will mich auch nicht damit plagen, was mir fehlt. Das kann ich morgen noch zur Genüge. Doch jetzt empfinde ich Glück, wenn auch nur unvollständiges, aber Glück!“

Ich will auf mein Herz hören, diese Nacht genießen, indem ich meinen Verstand bis morgen vertage. Bis ich morgen früh erwache, sollen alle Sorgen sich von mir fern halten!

Als ich das letzte Mal hier war, hatte ich mein Herz – wenn auch kurzzeitig – unglücklich verloren. Dieses Mal bin ich von solchen Regungen verschont. Auch wenn ich das „Drum will ich auch immer den Sorge entsagen“ des alten Studentenlieds nicht aus vollen Herzen mitsprechen kann, so genieße ich jeden einzelnen Ausflug. Ausflüge von allen Sorgen, in denen ich doch nie vergesse, dass ich Sorgen habe. So scheint mir sicher, dass ich nicht der Gefahr nachgebe, diese Ausflüge auf Dauer auszudehnen. Nein. Ich kenne mein Risiko dahingehend. Ich nehme mir die Auszeit und nehme auch den Kater bewusst in Kauf, der mich anderntags in die Realität zurückreißt. Meine Sorgen und Nöte liegen in der Realität und auch nur dort sind sie zu lösen.

Doch das ist eine Aufgabe für andere Tage. Heute nacht werde ich schlafen, gut, tief und fest.

Und sorgenfrei!