Donnerstag, 3. Mai 2007

#10 – Unterwegs III

Weiterfahrt, Heimfahrt am Vormittag. Wie die Kleider doch Leute machen. Hemd, Sakko, Hut und man wird wahrgenommen. Man fällt doch ausreichend aus dem Rahmen, dass man verwundert oder amüsiert angesehen wird. Wie alt sehe ich eigentlich in diesem Aufzug aus, dass mich gleichaltrige siezen? Die Zeit verrinnt, man merkt es morgens vor dem Spiegel und wenn man unterwegs ist. Nein, nicht das Verstreichen der Reisezeit, das Näherrücken des Zieles in Raum und Zeit, sondern der Blick aus dem Fenster. Je vertrauter die Strecke, die man fährt, desto stärker merkt man, wie schnell in den letzten Tagen der Frühling das Land überrollte. Volles, sattes Grün unter dem blauen Himmel, wo neulich nur grau-brauner Boden und kahle Bäume waren.

Der Laptop ist schon ein feines Spielzeug. Die volle Auswahl an Musik auch im Zug. Großartig, wenn man nicht im letzten Quartier die Kopfhörer vergessen hätte. Also doch wieder keine akustische Flucht vor den überforderten Eltern und ihren Kindern drei Reihen vorher. Und seit Köln leider auch wieder dem letzten Rest Strom im Akku ausgeliefert, da der Platz an der Steckdose einer Reservierung zum Opfer fiel. Weiter geht es durch das im frischen Grün strahlende Rheinland bei wolkenlosem Himmel und Sonnenschein. Wie soll man da noch motiviert sein, gleich vom Bahnhof ins Seminar zu gehen? Der Hörsaal mit der lauten Klimaanlage ist nicht sehr verlockend, wenn draußen die Rapsfelder gelb strahlen, als wollten sie mit der Sonne in Wettstreit treten...

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