Meine Vernunft sagt, es ist Unsinn. Mein Bauch sagt: Nimm den Spaß mit! Das Konto sollte besser schweigen und an den morgen danach will ich gar nicht denken.
Ich bin gerade überfordert mit meinem Leben. Zu wenig Geld, für alles, was ich machen wollte, zu wenig Zeit um überall dort zu sein, wo ich wollte. Dazu ein völlig neues „Zuviel“ an Disziplin, um zu ignorieren, dass der nächste Tag schon um 8h meine volle Aufmerksamkeit erfordert. Wer feiern kann, kann auch arbeiten, und wer das eigene Feierverhalten kennt, der weiß, was zu tun ist, um die Arbeitsfähigkeit zu erhalten.
Jahrelang hatte ich die Angst „etwas zu verpassen“. Jahrelang hatte ich immer nur das Gefühl, „draußen“, irgendwo „da draußen“ ist die ewige Party, auf der alle anderen sind. Und jetzt sitze ich hier, im Kurzurlaub und mache mir Sorgen ob meines Lebenswandels. Ich sitze bei meinen Veranstaltungen in der Uni, ich bereite mich vor, bereite einiges nach (was ich sonst nie tat) und habe einen regelmäßigen Wach-Schlaf-Rhythmus. Alles soweit gut und sinnvoll.
Und ich habe einen Freundeskreis gefunden und aufgebaut, der nicht die ewige Party macht, aber eben mit derselben Disziplin und Intensität feiert, wie sie engagiert studieren. Es fällt mir so schwer, nein zu sagen, da ich es einfach nicht gewohnt bin, für einen Abend mehrere Einladungen (gelegentlich auch noch in verschiedenen Städten) zu haben. Ich werde morgen auf das Konzert gehen, egal, wann ich dann im Bett bin. So ein Konzert ist etwas anderes als ein Kneipenabend. Und Kaffee für den Morgen habe ich genug im Haus.
Was mein Bauchgefühl und mein Verstand auch sagen: Der Abend wird gut, der nächste Tag schrecklich und darauf folgt einfach eine lange, lange Nacht.
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