Bin ich auf Reisen, gehen meine Gedanken stets auch auf selbige. Und nur zu oft, wandern sie völlig autonom, selbstbestimmt und unkontrollierbar dorthin, wo ich sie nicht haben will. Wir gleiten durch die sanft geschwungene Weite Ostniedersachsens. Unter strahlend blauem Himmel üppige Farben geradezu eine Orgie von Grüntönen, die die Felder und Wiesen von Leben und Kraft strotzen lassen. Vor einigen, wenigen Wochen wäre dies für mich ein erhebender Anblick gewesen. Anlass zur Freude, zu fast alberner Lebensfreude und Lebenslust.
Doch Niederlagen kommt der Zweifel, der miese Beigeschmack, den man lange nicht loswird, dieser kleine, fiese Parasit, der sich in meinem Kopf festgesetzt hat und sein Gift in mein Denken träufelt. Manchmal hilft dann nur Betäubung. Müdigkeit und die richtige Musik packen mich zwar nicht so in Watte und federn das Elend ab, wie die paar Bier gestern Abend. Doch in meinem Ohr brüllt Kai Wingenfelder „It's all right now, all right now...“ und er reißt mich mit. Am liebsten spränge ich mitten im Großraumwagen (als wenn es noch ernsthaft Abteile gäbe) auf und schrie die Zeilen mit. Besser als mit Blixa Bargeld „Fütter mein Ego“ zu krakeelen. Ungeduld ist mein zweiter Vorname. Kopf hoch und weitermachen fällt mir immer leichter, wenn ich weiß, wann die Durststrecke überwunden sein mag. Ich hoffe, es dauert nicht all zu lang, bis ich in Thees Uhlmanns „Bei mir ist heile Haut, wo eine Wunde war“ einstimmen kann... Solange halte ich mich an The Devlins: „Waiting“.
1 Kommentar:
hi Martin,
ich wollte dir den Link von der Staubkind-Site dalassen.
http://www.myspace.com/staubkindsite
"Viel mehr" ist recht peinlich, "keine Sonne" finde ich irgendwie cool...
Kommentar veröffentlichen