Sehe aus dem Zugfenster. Diese Stadt, dieser Bahnhof: Wohlvertraut, die Stadt meiner Kindheit, der Bahnhof des „Am Wochenende zu den Eltern Fahrens“ der ersten Semester. Wohlvertraut und dennoch immer fremder werdend. Das ist der Lauf der Dinge und ich bin nicht sentimental. Ich merke nur die Leerstelle, die der Fortzug aufgerissen oder offengelassen hat: Wo ist meine Heimat? Diese Stadt, in der ich die ersten 19 Jahre lebte, habe ich nie ganz kennengelernt, Stubenhocker, der ich war. Die Grenze des Vertrauten rückt immer näher an mein Elternhaus heran. Es sind nur noch wenige Straßen übrig, der Rest ist entfremdet. Aber auch die neue Stadt, in der ich seit nunmehr 5 Jahren lebe, studiere, feiere, spazierengehe, mich freue und verzweifle ist mir nur ein Zuhause. Es kann auch nicht mehr sein. Es fehlt das tiefe Netz von Verbundenheit und Kontakten, welches meine Freunde nicht sein können, sind sie doch selbst „neu“ und nicht alteingesessen. Kann ich überhaupt schon „Heimat“ haben? Kann ich überhaupt mehr als nur „Zuhause“ haben?
Mittwoch, 13. Juni 2007
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1 Kommentar:
Es gibt Zeiten,
da liesst man Zeilen,
da liesst man ein Wort,
braucht es nicht mal denken,
versteht es sofort.
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